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Nicht nur Wahlkampf!

Mai 24th, 2009 | By Redaktion | Category: SEPP BLOG

Momentan bin ich im Wahlkampf. Nichts tu ich unlieber, als für mich Wahlkampf zu machen. Das merken auch viele, die mich deshalb anspornen, über meinen Schatten zu springen und mehr für mich selbst zu tun. Ich kämpfe gerne für Ideen und für Ziele, die mir wichtig sind, auch für andere, die Unrecht erleiden, nicht aber „pro domo mea”!

Wohltuend empfinde ich daher alles, was mich vom klassischen Wahlkampf ablenkt. Zum Beispiel Veranstaltungen, die nicht direkt mit dem Wettbewerb um Stimmen zu tun hat, oder auch unerwartete Zeichen der Freundschaft. So hat mir jemand ein paar Flaschen Rotwein spendiert und dazugeschrieben: „Wir halten die Daumen, damit du den Roten für einen Grünen Sieg öffnen kannst.”

Gestern war ich in der eigenen Heimatgemeinde bei einer Veranstaltung, die mich von den bevorstehenden Wahlen abgelenkt hat. In Villanders wurde ein „Archeoparc” eröffnet, eine Dokumentationsstelle über die ur- und vorgeschichtliche Zeit, ebenso über die Zeit der Römer und über das Frühmittelalter. Auf diesen Augenblick habe ich schon sehr lange gewartet. Denn schon seit genau 30 Jahren wird am Plunacker gegraben und geforscht. Damals war ich Bürgermeister und habe versucht, mit verschiedenen Veranstaltungen das Interesse für diese wirklich einmalige Fundstätte zu wecken.

Wären gestern nicht die Grundschüler vom angrenzenden Schulhaus herausgeholt worden und wären nicht ein paar Leute von auswärts zu dieser Feier dazu gestoßen, es wäre eine jämmerlich kleine Gruppe bei der Eröffnung dieser musealen Einrichtung anwesend gewesen. Beim Banddurchschneiden für den kleinsten Sportplatz oder beim Eröffnen eines Cafés erscheint immer ein Vielfaches von Interessierten und Schaulustigen.

Die derzeitigen Gemeindeverwalter und auch die Verantwortlichen des Landesdenkmalamtes haben die Bevölkerung seit Jahren ausgegrenzt und sind für das Desinteresse verantwortlich. Es gab zunächst starke Bemühungen, auch meinerseits, um Museumspädagogen, Archäologen und Interessierte aus unserer Gemeinde einzubinden, damit mit dieser Einrichtung, die so viel Geld kostet, auch das Interesse an Geschichte allgemein und an der örtlichen Geschichte im besonderen geweckt würde.

Jetzt haben wir eine schöne Einrichtung, wo es nicht einfach sein wird, Einsicht in frühere Lebensumstände lebendig zu demonstrieren. Auch zweifle ich, ob die Glasüberdachung die beste Lösung ist. Die freigelegten Überreste von Jahrtausende alten Gebäuden und Gebrauchsgegenständen sind der Hitze des Sommers und der Kälte des Winters ausgesetzt.

Nach so langer Forschungs-, Planungs- und Bauzeit und mit so viel Geld hätte es sicher eine bessere Lösung werden können. Das Problem ist wie so oft ein demokratiepolitisches. Wenn man meint, man müsse fernab von der Bevölkerung tolle Lösungen finden, dann werden auch die Resultate fernab von der Bevölkerung dastehen. Schade!

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