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Unmündige Italiener?

Jul 15th, 2009 | By Redaktion | Category: SEPP BLOG

Günter Grass fordert in der letzten Ausgabe der Zeitung DIE ZEIT von jungen Leuten, viel mündiger zu sein, d.h. den Mund aufzumachen und öfter die Meinung zu äußern bzw. auch zu widersprechen. Mündig bzw. Mündigkeit, ein schönes altes Wort! Heute wird stattdessen Zivilcourarge gesagt. In dieser Ausgabe der ZEIT ist auch ein drei Seiten langer Artikel über den „großen Verführer“ Berlusconi abgedruckt, gezeichnet von Ulrich Ladurner aus Meran und von Birgit Schönau.

Dieses Dossier wird eingeleitet: „Zum G-8-Gipfel fragt sich alle Welt: Wie können die Italiener nur einem Mann wie Silvio Berlusconi verfallen? Der große Verführer vergnügt sich mit jungen Mädchen und spielt in der Öffentlichkeit den Clown. Trotzdem ist kein Politiker so beliebt wie Silvio Berlusconi… Wie hat er es geschafft, einem ganzen Land den Kopf zu verdrehen?“

Man könnte alles abtun mit der Feststellung, dass das ganze Leben ohnehin vielfach nur eine Show ist, so eben auch alles, was sich auf der politischen Bühne abspielt. Ich empfinde diese Entwicklung aber als Ausdruck einer besorgniserregenden Resignation, die sich immer mehr ausbreitet, d.h. auch als Ausdruck einer tiefen Krise der Demokratie. Mündige Demokraten bräuchte das Land, die die Machenschaften des Medientycoons durchschauen und Berlusconis politisches Ende herbeiführen. Derzeit hat man den Eindruck, dass in Italien die alte Tante Democrazia Cristiana und die Mafia fröhlich weiter hausen und wursteln. Und über allem schwebt und lächelt Berlusconi wie ein pubertierender Angeber.

Die philosophische Behauptung, der Mensch sei ein vernunftbegabtes Wesen, wird durch das Phänomen Berlusconi gründlich widerlegt.