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Ich bin und bleibe wohl weiterhin oft bei der Minderheit

Aug 6th, 2009 | By Sepp | Category: Economia / Wirtschaft, Europa, Grüne Verdi Vërc, SEPP BLOG, Umwelt/Ambiente

Obwohl Urlaubszeit ist und obwohl ich nun Rentner bin – eine Situation, die ich noch nicht richtig fühle –, habe ich einige intensive, abwechslungsvolle und lehrreiche Tage erleben dürfen. Am Wochenende war ich in Rinn in Nordtirol mit mehreren Vertretern des Katholischen Forums, wo wir mit Prof. Paul M. Zulehner tief schürfende Gespräche führende durften. Wenn jemand von meinen Blog-LeserInnen diesen ausgezeichneten Theologen kennen lernen möchte, evtl. auch über unsere Veranstaltung über „Ein neues Pfingsten“ informiert sein möchte, der/dem empfehle ich einen Blick ins Internet unter www.zulehner.org

 

Am Montag war ich auf Einladung des örtlichen Tourismusvereins in St. Vigil in Enneberg. Unter dem Titel „Idee a San Vigilio 2009 – Obiettivo emissioni zero“ leitete Giorgio Zanchini, der bekannte Journalist von Radio Uno Rai, eine Diskussion mit Roberto Santaniello (Sprecher der EU-Kommission in Italien), mit Vittorio Cogliati Dezza ( Präsident der Legambiente), und mit dem Dichter und Schriftsteller Mario Rusca. Ich durfte in dieser illustren Runde mitdiskutieren. Es drehte sich vor allem um das Kyoto-Protokoll und um notwenige Maßnahmen gegen den Klimawandel. Ich musste wieder einmal feststellen, dass die Fachleute sehr wohl wissen, wo die Probleme liegen, dass jedoch die Politik auf Druck der auf kurzfristige Interessen ausgerichteten Wirtschaft nicht die notwendigen Beschlüsse fasst. Der G-8-Gipfel von L’Aquila vor wenigen Wochen war typisch. Es zweifelt bald niemand mehr, dass wir einer schlimmen Klimakatastrophe zusteuern, die Regierungschefs der größten Industrienationen entscheiden sich auch prinzipiell für eine Reduzierung der klimaschädlichen Gase, aber erst bis zum Jahre 2050, anstatt dass sie sofort konkrete, einschneidende und messbare Maßnahmen für die kommenden Jahre einleiten.

 

Am Dienstag und Mittwoch war ich mit Hubert Frasnelli in Slowenien. Dort trafen sich VertreterInnen des Grünen Forums Alpen Adria zunächst zu einer Besichtigung des Atomkraftwerkes in Krško und in Ljubljana zu einer Aussprache mit verschiedenen Aktivisten von Anti-Atom-NGOs aus Österreich, Deutschland und Frankreich. Der Besuch im AKW von Krško war sehr beeindruckend und alles eher als beruhigend. Rund um den Jahrestag des Atombombenabwurfs der Amerikaner in Hiroshima und Nagasaki haben solche Netzwerk-Treffen eine besondere Wirkung.

 

Wenn ich bedenke, wie intensiv die Atom-Lobby arbeitet und dass auch in der EU der Großteil der Forschungsgelder im Energiebereich für die atomare Forschung ausgegeben wird, dann wird mir Angst und Bange. Das Schlimme ist, dass diese Herrschaften trotz besseren Wissens Tag für Tag die Gefahren der Atomenergie bagatellisieren und geradezu eine Renaissance der Atomenergie als notwendige Maßnahme zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes propagieren. Nur bei den Iranern versteht man, dass die nukleare Aufrüstung gefährlich ist.

 

In so vielen zentralen Zukunftsfragen bin ich mit meiner Meinung bei einer relativ kleinen Minderheit, weit weg von einer realistischen Chance, in absehbarer Zeit dafür Mehrheiten in der Politik und Medienwelt zu erreichen. Es ist oft frustrierend.

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