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Reinhold, der Überhebliche

Sep 5th, 2009 | By Sepp | Category: Demokratie, PRESSE / STAMPA, SEPP BLOG, SEPP direkt / Sepp ti scrive

„Dummheit und Stolz wachsen auf dem gleichen Holz!“, das war ein Lieblingsausspruch meines Vaters, eines einfachen Bergbauern. Diese alte Binsenwahrheit fiel mir ein, als ich in diesen Tagen wieder einmal von Reinhold Messner las und hörte.

Zunächst gab es vergangene Woche ein Interview zwischen ihm und Landeshauptmann Durnwalder, das vom Wochenmagazin ff als Streitgespräch deklariert wurde, das ich aber gleich wie der Vorsitzende des Dachverbandes für Natur- und Umweltschutz als „Stammtischgespräch von zwei alternden Stars, die alles besser wissen“ empfand.

Vorgestern hatten StudentInnen, die sich für mehr direkte Demokratie und die Referenden am 25. Oktober einsetzen, Reinhold Messner eingeladen, über Demokratie zu reden. Gestern wurde darüber in allen Medien ausführlich berichtet. Belustigend empfand ich, dass dieser Herr der Achttausender sich selbst als „Alpenanarchist“ bezeichnete und uns Dummen erläuterte, was Anarchie bedeutet. Gleichzeitig pries er den autoritären Durnwalder und das System Südtirol, wo Volksbefragungen schädlich und daher abzulehnen seien. Als in dieser Versammlung einige Leute kritische Anmerkungen machten, soll Messner laut Medienberichten fuchsteufelswild den Saal der Uni Bozen verlassen haben. Dezidiert erklärte er anschließend vor dem Fernsehen, dass er nach seinem Referat nur Fragestellungen zulasse und keine Kommentare ertrage.

Dieser Herr hat sich in seiner Eitelkeit wieder einmal selber demaskiert. Er ist weder ein Demokrat, noch ein Anarchist. Er ist ein autoritärer Draufgänger und ein eingebildeter Besserwisser, abgehoben wegen seiner zugegebenermaßen außerordentlichen Leistungen als Bergsteiger, Buchautor und Museumsorganisator. Er muss ja nicht alles können und verstehen.