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Friede unter den Menschen!

Dez 25th, 2009 | By Sepp | Category: Leitartikel/ in primo piano, SEPP BLOG, Sepp Mix, Soziales / politiche sociali

 

 

Geht es uns nicht so, wie der Philosoph Schopenhauer gesagt hat, dass wir das Positive nur erkennen können, sobald wir das Negative an der eigenen Haut erfahren?

Es scheint oft wirklich so zu sein.

 

Ich bin ein begeisterter Ö-1-Radiohörer. In diesen Tagen wurden viele „frohe Botschaften“ an uns Christen gesendet. Friede ist die zentrale Nachricht, die von einem guten Engel bei der Geburt Jesu vor 2.000 Jahren im damals besetzten Israel den armen Leuten verkündet worden ist. Heute geht es vielen Menschen in diesem „Gelobten Land“ leider gleich schlecht, gar manchen noch schlechter.

 

Warum?

Weil reiche Egoisten nie genug haben. Und weil viele glauben, sie selber seien die Besten, die „Auserwählten“, und die anderen, die Fremden, seien die Bösen. Hat doch die größte Staatsmacht der Welt vor wenigen Jahren den Krieg im Irak als Notwendigkeit hingestellt, weil sie, die Guten, im Namen Gottes gegen die „Achse des Bösen“ kämpfen müssten.

 

So wie in der großen Welt erlebe ich es immer mehr auch in unserer kleinen begrenzten Welt. Bei wie vielen Leuten fixiert sich immer mehr die Meinung, dass wir die Besseren seien und dass wir uns vor den bösen Fremden schützen müssten. „Wir zuerst!“, lautet der egoistische Schlachtruf. Und „Ausländer raus!“, sagen jene, die etwas weniger diplomatisch sind und auf politische Korrektheit nicht so achten müssen. 

 

Gerechtigkeit ist die Voraussetzung für Frieden. Viele finden es aber als normal, als gerecht und sogar als ganz selbstverständlich, dass es uns besser geht als vielen, vielen anderen. Äußerst gefährlich wird es deshalb, weil immer mehr Menschen zudem von Hass erfüllt sind, von tiefem, unreflektiertem Hass gegen die Anderen, gegen die Fremden, gegen die Ausländer, gegen alle Ausländer.

Hass macht blind vor der Not dieser Leute, auf deren Rücken wir unseren Wohlstand aufgebaut haben und immer noch halten. Ohne die Ausbeutung der so genannten Dritten Welt gäbe es bei uns bei weitem nicht so viel Wohlstand und Luxus. Jean Ziegler hat recht, wenn er schreibt: „Es kommt nicht darauf an, den Menschen der Dritten Welt mehr zu geben, sondern ihnen weniger zu stehlen.“

 

Wir Christen müssen, um ein bisschen glaubwürdiger zu werden, viel lauter und viel klarer uns für den Frieden (und zuerst für Gerechtigkeit!)  einsetzen. Nicht die Friedfertigen, sondern die Friedensstifter, jene, die den Frieden machen, wurden von Jesus selig gepriesen, wie bei Matthäus 5,9 nachgelesen werden kann.

 

Es ist den meisten wohl nicht klar, dass jene, die im Wohlstand leben, nur eine kleine Minderheit sind, und dass sich die Mehrheit der Weltbevölkerung einmal rächen könnte, wenn wir so weitermachen. Schon aus egoistischen Gründen müssten wir viel solidarischer sein, im eigenen Land und weltweit.

 

Entschuldige, liebe/r Blog-Leser/in! Das war jetzt für mich sozusagen der Ersatz für eine Weihnachtspredigt, nachdem ich heute in der Kirche nur frommes Gefasel gehört habe.