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Ausländerhass

Feb 18th, 2010 | By Sepp | Category: SEPP BLOG, SEPP direkt / Sepp ti scrive, Soziales / politiche sociali

 

(17.02.2010) Heute wurde ich in einer Pizzeria in einem Südtiroler Dorf von einer sehr freundlichen jungen Frau bedient. Zunächst sprach sie mit mir auf Italienisch. Als sie sah, dass ich eine deutsche Zeitung las, sprach sie mich deutsch an. Da im Restaurant nicht viel los war, ergab sich zwischen uns ein Gespräch. Diese sympathische Frau erzählte mir, sie komme aus Bangladesch und sei seit fünf Jahren in Italien, die meiste Zeit davon in Südtirol. Zunächst hätte sie Geschirr gespült und Kinder beaufsichtigt. Seit längerer Zeit sei sie im Service tätig. In zwei Woche fahre sie wieder in das bettelarme Bangladesch zurück. Sie werde nicht mehr nach Europa kommen, obwohl sie hier viel bessere Berufs- und Arbeitschancen hätte.

Offen gestand sie dann, dass bei uns in den letzten Jahren das Klima Ausländern gegenüber sich sehr verschlechtert hätte. Da sie beide Landessprache halbwegs verstünde, höre sie auch immer wieder, wie rassistisch manche Kunden sich äußern. Sie wisse auch, dass viele Leute im Ort dieses Lokal immer mehr meiden, weil hier Ausländer arbeiteten. Sie fühle, dass sie als Ausländerin in diesem Lande alles eher als willkommen sei. Es werde immer unerträglicher für sie.

Traurig und mit Wut im Bauch verließ ich das Restaurant, wo ich überhaupt nichts zu beanstanden gehabt hätte. Das Essen war gut, der Preis mäßig, das Gastlokal gemütlich, die Bedienung professionell und ausgesprochen höflich… Für manche wohl nur ein Problem: hier arbeiten Ausländer.

So ähnlich hat es vor etwas mehr als 80 Jahren in Deutschland angefangen. Man hatte zunächst nichts gegen die Juden. Aber, auf einmal wurden sie zu Sündenböcken für alles abgestempelt, dann, weil sie Juden waren, wurden sie ausgegrenzt, deren Geschäfte wurden boykottiert, dann wurden sie verfolgt und schließlich… Wir kennen das tragische Ende mit sechs Millionen getöteten Juden.

In einer Tageszeitung habe ich heute einen Leserbrief gelesen, wo ein Herr aus Mühlwald die „armen Südtiroler“ verteidigt und sich über das Verständnis unserer Politiker gegenüber Ausländern aufregt. Ironisch und spöttisch schreibt der Herr aus einem Dorf, wo wohl kaum Ausländer anzutreffen sind: „Hauptsache, die Mitmenschen aus dem Ausland haben ein Dach über dem Kopf…“ Der liberale Herausgeber der Zeitung druckt aber alles ab.

Liberal, o.k., aber Intoleranten gegenüber darf es keine Toleranz geben! Menschenrechte dürfen nicht in Frage gestellt werden.

Alle Menschen mit Vernunft werden aufgerufen, den Wahnsinn zu stoppen. Denn sonst wird es zum Schluss nur Verlierer geben.

 

 

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