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A-Bezirke und die drei G

Mrz 24th, 2010 | By Sepp | Category: Economia / Wirtschaft, Leitartikel/ in primo piano, Soziales / politiche sociali

Eine Berlinerin berichtete vor kurzem auf einer Tagung in Bozen, dass sie in einem A-Bezirk lebe und arbeite. Darunter verstand sie einen Stadtteil, wo der Anteil an Armen, Arbeitslosen, Alten, Asylanten, Ausländern, Außenseitern, Asozialen… besonders hoch ist.  

 

Es wurde deutlich, wie Vorurteile funktionieren. Ein Armer und ein Arbeitsloser sind vielfach selber schuld („Jeder ist seines Glückes Schmied!“) und werden deshalb schief angeschaut.

 

Ein Asylsuchender galt über Jahrhunderte als ein Mensch, der dringend Hilfe und Schutz braucht. Immer mehr wird er zum Außenseiter und zum Kriminellen gestempelt. Es geht so weit, dass Menschen, die ihre Papiere bezüglich Aufenthaltsrecht nicht in Ordnung haben,  ganz offiziell als „Illegale“ bezeichnet werden. Man muss sich das einmal vorstellen. Ein Mensch wird „illegal“. Dagegen muss was unternommen werden. Alles Illegale muss „beseitigt“ werden. So sperren wir diese armen Teufel ein oder schieben sie einfach ab. Was dann im Herkunftsland mit diesen Menschen (ja, es sind Menschen mit gleicher Würde wie wir!) passiert, das interessiert uns Wohlstandsbürger dann nicht mehr. Aus dem Auge, aus dem Sinn!

 

Das ist eine Verrohung menschlicher Sitten. Das hat mit Humanismus nichts mehr zu tun. Wir entfernen uns immer mehr von den Grundrechten, wie sie in der UN-Menschenrechts-Charta nach dem Zweiten Weltkrieg festgelegt wurden. Es  ist wohl die Folge davon, dass in reichen Gesellschaften Ethik und Religion keine Rolle mehr spielen und dass Geld, Gier und Geiz als neue Trinität angesehen werden,  wie der Existenzanalytiker Günther Funke vor kurzen gesagt hat.

 

Die christlichen Kirchen wären viel glaubwürdiger, würden sie den Satz Jesu im Zusammenhang mit dem Gebrauch irdischer Güter ernst nehmen: „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ (Lukas 16,13) Dieser Satz ist sehr klar. Er darf nicht schön interpretiert und aufgeweicht werden.