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Die Zugkatastrophe im Vinschgau

Apr 14th, 2010 | By Sepp | Category: SEPP BLOG, Umwelt/Ambiente

(13.04.2010) Das gestrige Zugunglück zwischen Kastelbell und Latsch mit neun Toten und 28 Verletzten hat das ganze Land erschüttert und gelähmt. Ist doch der Vinschgau mit ihrer modernen Regionalbahn das Vorbild für gelungenen Personennahverkehr. Diese bald hundert Jahr alte und 1990 stillgelegte Bahn wurde aufgrund von jahrelangem Drängen von Umweltschützern modernisiert und vor fünf Jahren wieder in Betrieb genommen. Nun gab es gestern diesen schrecklichen Unfall, nicht aufgrund von schlampiger Bauweise oder aufgrund einer technischen Panne, sondern aufgrund eines Erdrutsches. Und dieser Erdrutsch soll verursacht worden sein durch eine undichte Leitung eines großen Bewässerungssystems in der Vinschger Talsohle.

Ich möchte nicht einer der Richter sein, der die Ursache der Katastrophe zu bewerten und Schuldige zu verurteilen hat.

Die Frage stellt sich aber, wieso bei uns in der Landwirtschaft so massiv „melioriert“ und „bonifiziert“ werden muss und warum überall, wo es irgendwie möglich ist, die alte extensive Landwirtschaft in einem solchen Ausmaß intensiviert werden muss. Nicht nur das Landschaftsbild wird durch die Monokulturen verschandelt. Nicht nur die Biodiversität leidet. Mit solchen Maßnahmen greift der Mensch auch sehr häufig in den Wasserhaushalt ein und schafft hydrogeologische Probleme, für die dann im Katastrophenfall niemand die Verantwortung übernehmen will.

So gesehen kann diese gestrige Katastrophe auch als Fluch des Fortschritts gesehen werden, und nicht so sehr als Schicksalsschlag der unberechenbaren Natur.