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Freitag fleischfrei – Venerdì vegetariano

Jun 18th, 2010 | By Sepp | Category: Leitartikel/ in primo piano, Umwelt/Ambiente

Prämisse:

Der Fleischkonsum in der westlichen bzw. nördlichen Welt stellt ein immer größer werdendes Problem für die Umwelt dar. Tierhaltung verursacht 65% des globalen Stickoxid-Ausstoßes. Nach Daten der FAO entfallen auf die Viehwirtschaft 18% der vom Menschen verursachten Treibhausemissionen (CO2, Methan und Stickoxide). Die gesamte Verarbeitungskette dazugerechnet ist das mehr, als alle Autos, Schiffe und Flugzeuge in die Luft pusten (DIE ZEIT, Mai 2010). Fast 10% des Süßwassers, das die Menschheit braucht, fließt in die Viehhaltung. 90% der weltweiten Sojaherstellung und 60% von Mais und Gerste werden für die Verfütterung an Tiere verwendet. Insgesamt wird 30% der nutzbaren Bodenoberfläche für Tierhaltung genutzt. Newsweek hat errechnet, dass die Herstellung von 5 kg Fleisch so viel Wasser verbraucht wie eine gesamte amerikanische Familie in 1 Jahr. Fleisch essen ist gleich umweltschädlich wie ein großes Auto fahren („Un SUV nel piatto“, sagt die Lega Antivivisezione).

Zuviel Fleischkonsum schadet aber nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Menschen selbst. Eine ganze Reihe von Erkrankungen, die insbesondere in den „reichen Ländern“ auftreten, werden mittlerweile mit dem hohen Anteil an Fleischernährung in Verbindung gebracht. Anders gesagt haben Menschen, die sich vegetarisch ernähren, ein z.B. um 45% geringeres Leukämierisiko, andere Krebsarten 12% weniger. Laut einer Studie des britischen Medical Research Council  und der International Agency for Research on Cancer (2005) bedeutet etwa das tägliche Essen eines Wurstbrotes und eines Schnitzels eine Zunahme der Darmkrebsgefährdung von 35% (!!).

Am schlimmsten trifft der Fleischkonsum aber natürlich die Mast- und Schlachttiere selbst. Sie sind weltweit zu qualvollem Leben verurteilt, durch Massentierhaltung, Züchtung, Zwangsernährung, Schlachttransporte, etc.

 

All dies müsste eigentlich viele Menschen zu einer vegetarischen (oder auch nur vegetarischeren) Ernährungsweise führen, aber dies geschieht nicht. Zwar steigt der VegetarierInnen-Anteil der Bevölkerung an, erreicht derzeit aber trotzdem in der westlichen Welt nur ca. 2,5 % (laut Wikipedia). Diese kleine Gruppe kommt nur schwer an gegen einen Fleischkonsum von  etwa 113 Kg/Jahr in Österreich (das sich damit an 4. Stelle platziert, nach USA, Spanien und Australien), 84 Kg in Deutschland oder 80 kg in Italien. Aufrufe zur vegetarischen Lebensweise nützen folglich wenig – das Fleischessen hat auch in Südtirol einen wichtigen Platz im Alltag der Menschen und Verzichtsszenarien haben keine positive Wirkung.

 

Projektidee:

Es gilt daher, eine Aktion ins Leben zu rufen, die in einer „weichen“ Form auf die Problematik aufmerksam macht und sich möglichst noch an bestehende Bereitschaften zum Verzicht auf Fleisch anbindet. Die Idee ist daher, den „fleischfreien Freitag“ ins Leben zu rufen. Der alte kirchliche Fasttag wird wieder entdeckt  und an ihm wird aufgezeigt, wieviel jede/r Einzelne für die eigene Gesundheit, jene der Tiere und für die Umwelt beitragen kann.

 

Wie könnte es ablaufen?

Die Grünen schließen sich in dieser Sache mit einschlägigen Partnern zusammen (Lega Antivivisezione, Dachverband, Legambiente, Ambiente e Salute, WWF, Umweltgruppen, evtl. auch katholische Vereine wie KVW, Jungschar etc.) und rufen den Freitag zum fleischfreien Tag aus. Auf einer Homepage tragen sich die Mitmachenden ein (es müssen ein paar „gewichtige“ Testimonials als Zugpferde für den Anfang gefunden werden) und berichten evtl von den Erfahrungen und Entscheidungshintergründen. Wichtig wäre es, einige Gasthäuser für die Aktion zu gewinnen (oder gar den HGV), die besondere fleischlose Gerichte anbieten (NB. Fisch essen gilt nicht! Auch Überfischung ist ein Problem) und dafür als „fleischfreifreundlich“ ausgezeichnet werden. Eine Postkarte klärt auf, welchen Nutzen diese Aktion bringt: Z.B. Ein vegetarischer Wochentag kann tatsächlich mehr zum Klimaschutz beitragen, als auf Hybridfahrzeuge umzusteigen!

Plakate ergänzen die Sensiblisierungsintention.

 

Die Aktion könnte noch weiter gehen, z.B. eine legislative Front bilden (Einführung von vegetarischer Kost in Mensen und Schulausspeisungen, Einladung zur Ausweisung der „fleischigen“ Inhaltsstoffe in den Speisen, CO2-Bilanz des Speisenangebots in Gasthäusern…) oder Partnerstädte/-gemeinden finden, die die Aktion in den gemeindeeigenen Strukturen umsetzen (s. Beispiel Bremen oder Gent in Belgien).

 

Start: 1. Oktober 2010 (World Vegetarian Day)

1. Treffen einer möglichen Projektgruppe: Anfang Juli 2010-06-15 Bis dahin Kontaktaufnahme mit Interessierten und den genannten möglichen Partnerorganisationen.