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Faktor Fünf

Jul 10th, 2010 | By Sepp | Category: Economia / Wirtschaft, SEPP BLOG, Umwelt/Ambiente

(09.07.2010) Ernst Ulrich von Weizsäcker war in Bozen. Gestern Abend referierte er vor rund 300 Personen und heute nahm er an einem Seminar über „Nachhaltige Entwicklung im 21. Jahrhundert – die Lehren für Südtirol“ teil. – Bei uns muss alles einen Südtirol-Bezug haben. Dass die Nachhaltigkeit beim Wirtschaften aber ein globales Anliegen ist, wurde mehr als klar. Natürlich müssen wir auch lokal handeln, zunächst jeder Einzelne, die Gemeinden, die Regionen, die Staaten…

 

Beeindruckend klar und schlüssig hat der Wissenschaftler und Politiker Weizsäcker argumentiert. Die Welt muss sich grundlegend verändern. Entweder der Mensch lernt, ökosozial nachhaltig zu leben und zu wirtschaften, oder große Katastrophen sind programmiert. Das war der Tenor des Referenten auf der Veranstaltung von ECOLNET.  

 

Das Hauptrezept Weizsäckers gegen Klimawandel, Artensterben sowie gegen die Verknappung des Wassers und der Bodenschätze ist: effizientere Nutzung aller Ressourcen! Und zwar um den Faktor 5! Das Sparpotential sei nämlich riesig. Intelligente Technik und soziale Gerechtigkeit seien notwendig, um den Fortbestand der Spezies Mensch zu garantieren. Es müssen auch alle möglichen erneuerbaren Rohstoffe, vor allem im Energiebereich, gesucht und genutzt werden. Interessant fand ich, dass Weizsäcker nicht nur eine viel größere Effizienz verlangt, sondern auch Suffizienz, d.h. Genügsamkeit und Sparsamkeit.

 

Das wichtigste Instrument zur politischen Steuerung sind die Steuern. Der Geldbeutel ist halt das sensibelste Organ des Menschen. Energie und Rohstoffe müssen gewaltig verteuert werden. Das würde auch der Wirtschaft langfristig gut tun und einen nachhaltigen Wohlstand ermöglichen. Diese politische Steuerung ist aber nur möglich, wenn die Politik  wieder die Entscheidungsmacht über die Wirtschaft bekommt, nicht umgekehrt.

 

Der CO2-Ausstoß muss um 80 % reduziert werden. Diese Reduzierung ist machbar und notwendig.

 

„Maßlosigkeit und Gier sind auf Dauer kein Leitwert für eine menschenwürdige Gesellschaft.“ Diesem Satz Weizsäckers werden wahrscheinlich sehr viele Politiker und Wirtschaftsvertreter im Prinzip zustimmen. Die Frage für mich ist aber, ob dieses Prinzip auch bei den täglichen Entscheidungen berücksichtigt wird. Ich denke daran, wie viele Regierende immer noch vom Wachstumswahn besessen sind und wie sie Großprojekte und umweltzerstörende Maßnahmen mit allen Tricks und Werbemaßnahmen durchsetzen und subventionieren.