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Gaddafi und Berlusconi

Sep 1st, 2010 | By Sepp | Category: Aus den Medien / Scrivono di noi, Demokratie, SEPP BLOG

 

(31.08.2010) Das Polit-Sommertheater Berlusconis erreichte in diesen Tagen seinen Höhepunkt. Ich frage mich immer öfter: Wann wachen die Italiener endlich auf?

Silvio Berlusconi hat seinen Freund, den libyschen Staatschef Muammar Gaddafi, wieder nach Rom eingeladen. Außenminister Franco Frattini lag diesem extravaganten Gast beim Empfang am Flughafen ungewohnt devot zu Füßen. Man hofft, Gaddafi werde der italienischen Wirtschaft große Aufträge bringen und die Handelsbeziehungen intensivieren. Italien ist bereits Libyens wichtigster Handelspartner. Libyen liefert an Italien den größten Teil des Öl- und Erdgasbedarfs, es ist an der Großbank UniCredit beteiligt sowie an den Energiekonzernen Eni und Enel, sogar am Fußballverein Juventus Turin.

Gaddafi prahlt, dass er die Zuwanderung von Afrika nach Europa steuern könne, und verlangt von der EU fünf Milliarden Euro jährlich, damit er weiterhin diesen „Dienst“ für Europa leiste und damit Europa nicht schwarz wie Afrika würde. Kaum jemand aber schaut nur ein bisschen genauer hin, wie dieser Diktator an der Nordküste Afrikas ein brutales System mit Konzentrationslagern zur Vernichtung ärmster Flüchtlinge aus Afrika aufgebaut hat. Man lässt diesen scheußlichen Diktator vor einigen hundert jungen Italienerinnen in Rom, in der so genannten Heiligen Stadt, offen Werbung machen für den Islam. Entschädigt wurden diese Frauen zwischen 18 und 35 Jahren laut Medienberichten jeweils mit 70 Euro und einem Koran. Sie mussten in schwarzen Röcken und mit weißen Blusen erscheinen und durften mit keinem Journalisten hernach reden. Hat es nicht schon ähnliche Formen der Indoktrination vor rund 80 Jahren gegeben?

In der neuesten Ausgabe von „Psychologie heute“ (Sept. 2010) schreiben Dieter Frey und Andreas Lenz über die Ursachen der Finanzkrise. Als Hauptursage für die Wirtschaftskrise stehe laut Aussage der beiden Psychologen ein „Versagen unseres Wertesystems. Materialismus und kurzfristiges Denken schufen das Klima für die Auswüchse des Finanzmarkts.“ Im Detail listen sie u.a. folgende Ursachen für die Krisen auf:
- Gewinnstreben und Gier
- Herdentrieb und Gruppendenken
- Falsche Vorbilder
- Glaube, sich mit Geld den Status kaufen zu können
- Verantwortungslosigkeit und Mangel an politischer Führung
- Gelernte Sorglosigkeit und überzogene Risikobereitschaft
- „Experten“ verdrängen Gefühle der Inkompetenz
- Machtstreben und Narzissmus.
Diesem letzten Punkt wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Wer jahrelang erfolgreich war, laufe Gefahr, alle Kritiker auszugrenzen und Gefühle von Allmacht zu entwickeln. Solche Personen würden schnell von der Basis abheben und unter Realitätsverlust leiden.

Bei der Lektüre dieses Artikels musste ich an Berlusconi und Gaddafi denken, an die beiden egozentrischen Staatschefs, die in diesen Tagen mit breitem Grinsen lächelnd politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit geschworen haben.