Hinweis: Diese Seite wird nicht mehr aktualisiert. Für Anliegen und Informationen können Sie micht gerne Kontaktieren:



Info: Questo sito non viene più attualizzato. Nel caso di richieste o domande potete contattarmi:

Was kostet die Natur? Was ist uns die Landschaft wert?

Sep 13th, 2010 | By Sepp | Category: Leitartikel/ in primo piano, Umwelt/Ambiente

 

Innerhalb weniger Tage war ich in Antersasc (Gadertal), auf der Stieralm (Sexten) und gestern war ich auf der Eisbrugg-Alm in den Pfunderer Bergen. Alle drei Gebiete sind (noch) unberührte Naturlandschaften, alle drei unvergleichlich schön. Zu zwei Almen soll eine Straße gebaut werden und in Sexten soll mit Aufstiegsanlage und Skipisten zwischen Helm und Rotwand die Landschaft unwiederbringlich verändert werden. Die Folgen des Straßenbaus auf die Hochalmen sind bekannt, ebenso die Auswirkungen des extremen Wintersports.

 

Ich kann den einzelnen Bauern, der eine Alm bewirtschaftet, gut verstehen, dass er eine Straße zu seiner Alm haben möchte, vor allem, wenn er dafür nichts oder fast nichts bezahlen muss. Nicht verstehen kann ich jedoch die politisch Verantwortlichen, die entgegen der Gutachten von Experten in den zuständigen Kommissionen solche Projekte genehmigen und mit Steuergeldern (fast) zur Gänze finanzieren.

 

Wir haben die Seiser Alm, den Kronplatz, Meran 2000, Kurzras und andere Negativbeispiele, wo in den letzten 50 Jahren alte Natur- und Kulturlandschaften unwiederbringlich zerstört worden sind. Auch „meine“ Villanderer Alm wird Schritt für Schritt durch Baumaßnahmen verschandelt, mit Mist und Gülle überdüngt, mit Autos verlärmt und  durch Menschenmassen zertrampelt. Der Naturpark Sarntaler Alpen und der Natura-2000-Plan bleiben so lange in den Schubladen der Landesämter, bis es auf der Villanderer Alm wohl nichts mehr zum Schützen gibt.

 

Jetzt sollen die bald letzten paradiesischen Stücke unserer Heimat wie Antersasc, die Eisbrugg-Alm, die Stieralm, das Altfaß-Tal (Meransen),  Ried bei Reischach, die Hänge unterhalb des Rosengartens, die Dickeralm, das Spronsertal … dem Moloch Geld geopfert werden. Die Fetischisten eines grenzenlosen Wirtschaftswachstums diktieren. Die regierenden Politiker sind blind, obwohl sie genau wüssten, dass die Grenzen des Wachstums in unseren Breitengraden schon deutlich überschritten sind. Der ökologische Fußabdruck, den wir hinterlassen, ist erschreckend.

 

Wehe den nachfolgenden Generationen, wenn in den kommenden 50 Jahren so weitergemacht wird wie in den vergangenen! Ich denke dabei z.B. an eine Mitteilung des ASTAT (Statistikamt Bozen): die überbaute Fläche Südtirols von 1950 hat sich bis zum Jahre 2007 versiebenfacht!  

 

Was kostet eine Blumen- oder Tierart, die ausstirbt? Was kostet ein schöner Flecken einer Naturlandschaft, die verschwindet? Was ist uns die gesamte Schöpfung wert?

 

Bitte, lese die Rede des Indianerhäuptlings Chief Seattle von 1855 vor dem Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika!

http://www.humanistische-aktion.de/seattle.htm