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Vom Patriotismus zum Fremdenhass und zur Gewalt

Sep 22nd, 2010 | By Sepp | Category: Aus den Medien / Scrivono di noi, Demokratie, SEPP BLOG, Soziales / politiche sociali

Kein Zweifel, es gibt Patrioten, die echte Gutmenschen sind, vaterlandsliebende und ökosoziale. Jedoch, es gibt auch solche, die sich in ihrer „Heimat“ wie in einem Schrebergarten mit Gleichgesinnten abschotten, egoistisch ihre eigenen Vorteile suchen und ohne Solidarität zu Schwächeren und Ausgegrenzten leben. Der Übergang zu fremdenfeindlichen Rassisten ist fließend.

Rassistisch bedeutet natürlich noch nicht gewalttätig. Jedoch, in einem rassistischen und fremdenfeindlichen Umfeld, da kommt es halt viel schneller und viel häufiger zu Gewalttätigkeiten, weil Gewaltbereite hier leichter die moralischen und/oder gesetzlichen Grenzen überschreiten. Das sind Erfahrungen, die in Wissenschaft und Praxis nicht angezweifelt werden.

Heute habe ich in einem österreichischen Sender einen Politologen gehört, der diese Thematik im Zusammenhang mit dem Wahlausgang der Parlamentswahlen in Schweden sehr klar umrissen hat und schlüssig aufgezeigt hat, wie gefährlich fremdenfeindliche Parteien sind, auch wenn sie formalrechtlich von der Verfassung her akzeptiert werden müssen.

Gestern las ich im Publik-Forum, wie verbrecherisches Verhalten und brutale Gewalttätigkeit möglich sind, ohne dass beim Täter Schuldgefühle und Reue aufkommen. In diesem Artikel wird differenziert und schlüssig aufgezeigt, dass es völlig gefühlskalte Leute ohne jede Art von Gewissen gibt. Es gäbe „kalte Kinder“, die bei destruktiven Handlungen große Lust empfinden. Sie, die oft Ohnmächtigen, befriedigen dabei ihre Lust an Macht. Vieles muss als unbewusste Rache interpretiert werden.

Ohne auf tiefenpsychologische und neurologische Argumentationen einzugehen, will ich zusammenfassend hier nur festhalten:

-          Gewalttäter haben vielfach im Kindesalter selbst Gewalt erlitten. Diese Menschen hatten meist keine frühen Bindungserfahrungen. Es sind fast immer stille Einzelgänger.

-          Gewalttätigkeiten fußen in den allermeisten Fällen auf generellen Hass und auf Rache gegenüber einer Gesellschaft, in der man sich nicht zurechtfinden kann bzw. will.

-          Völlige Gefühlskälte ohne geistig-seelisches Vermögen, sich in die Situation eines anderen hineinzudenken, das gibt es. Bei Menschen ohne Gewissen sind sozusagen die Sicherungen durchgebrannt. Es gibt keine innere Schranke, die davon abhält, Unmenschliches zu tun.

-          Es sind vorwiegend stark ausgegrenzte und in ihrer Kindheit ungeliebte Menschen, oft noch ganz junge Menschen ohne Erfolg und Anerkennung, die mit Kälte, Präzision und Brutalität ihre Verbrechen planen und durchführen und dann ohne Schuldgefühl, Reue und Einsicht vor dem Richter sitzen und regungslos die Strafe über sich ergehen lassen.

Was sind die wichtigsten Schlussfolgerungen?

Es braucht mehr Liebe, Solidarität, emotionale und soziale Erziehung!!! Wertschätzung und Anerkennung heben das Selbstwertgefühl des jungen Menschen und fördern die emotionale Intelligenz. In die falsche Richtung führen z.B. ein übertriebener Stolz aufs Vaterland, ständiger Leistungsdruck, Konkurrenzkampf, Egotismus oder all jene Untugenden, die das Dritte Reich ermöglicht haben und die von Rassisten und fremdenfeindlich orientierten Populisten direkt und indirekt propagiert werden.

Der Kriminologe und Psychoanalytiker Lorenz Böllinger behauptet, dass „kalte Politik in Zukunft zwangsläufig auch mehr kalte Kinder hervorbringen wird.“