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Öko-Feminismus hat Zukunft

Sep 26th, 2010 | By Sepp | Category: Demokratie, Economia / Wirtschaft, SEPP BLOG, Soziales / politiche sociali, Umwelt/Ambiente

 

(26.09.2010) Dass der Ökofeminismus unsere Zukunft ist, das war indirekt wohl die zentrale Botschaft von Vandana Shiva gestern beim Auftakt zur Woche der Entwicklungszusammenarbeit im Schloss Maretsch in Bozen. Sie musste den Ökofeminismus nicht erklären. Sie war die Personifikation der Idee, dass ganzheitliches und nachhaltiges Denken von begeisterten Frauen die Welt verändern können und dass diese wohl die einzige Chance sind, um aus der tödlichen Spirale des neoliberalen Kapitalismus herauszukommen. Die überzeugende Umweltschützerin, Bürgerrechtlerin und Feministin Vandana Shiva erzählte von ihrem Kampf für die indischen Kleinbauern gegen Monsanto. Diese Firma würde mit ihren Tricks durch Patentrechte eine echte „Biopiraterie“ (Diebstahl an der Natur!) betreiben und mit Gentechnik die Biodiversität auf dem Planeten Erde gefährden.

 

Auch Christian Felber von Attac Österreich sagte auf der gestrigen Veranstaltung vor einem großen Publikum, dass er ein „bekennender Ökofeminist“ sei. Nur eine Gemeinwohl-Ökonomie, wo Solidarität im Mittelpunkt steht, nicht Konkurrenz und Wettbewerbsfähigkeit, sei ein Wirtschaftsmodell mit Zukunft und die Alternative einerseits zu den realsozialistischen Irrwegen und andererseits zum Kapitalismus. Es ist immer wohltuend, die profunden Antworten von Christian Felber zu hören, Antworten auf Armut, Migration, Klimawandel, Finanzblasen, Arbeitslosigkeit, Demokratieabbau sowie Werte- und Sinnverlust.  

 

Vor Christian Felber und Vandana Shiva referierte eine zunächst schüchtern wirkende Frau aus dem Iran: Mansoureh Shojaee. Die Menschenrechtsaktivistin und Leiterin der Frauenbibliothek in Teheran saß schon öfters im Gefängnis, allein aus dem Grund, weil sie sich für Frauenrechte im Iran einsetzt.

 

Die Botschaften dieser drei Persönlichkeiten waren aufrüttelnd und trotz der negativen Befunde über den Zustand der Welt doch hoffnungsvoll und ermutigend. Ich musste öfters an den Satz von Mutter Theresia denken, den ich vor den Vorträgen beim Rundgang durch die Ausstellungen der gemeinnützigen Organisationen für „eine Welt“ gelesen haben, und zwar beim Stand für „Take care kids“:

„…alles, was wir machen, ist nur ein Tropfen mitten im Ozean. Aber wenn wir das nicht machen, geht dieser Tropfen verloren…“

 

So wie gestern bin ich schon lange nicht mehr an einem Ort so vielen IdealistInnen begegnet. Von der herrschenden Kaste Südtirols habe ich aber niemanden gesehen, keinen einzigen Vertreter unserer Regierungsparteien, die vom Musikantenstadel bis zum Speckfest sonst doch überall adabei sind.

 

Erwähnen muss ich noch, dass diese Woche der Entwicklungszusammenarbeit unter dem Slogan „Der Reichtum des Südens der Welt“ läuft. Ich musste dabei sofort an Jean Ziegler denken, der am kommenden Donnerstag auch auf dieser Veranstaltung in Bozen auftreten wird. Er wird nämlich nicht müde zu betonen, dass der Süden, besonders Afrika, sehr reich ist. Es gibt nur deshalb so viele arme Menschen dort, weil die gierigen Weltkonzerne, die neuen Feudalherren der Welt, und die Regierenden des „Westens“ Afrika und Lateinamerika ausbeuten, unterstützt von Weltbank, Weltwährungsfond und WTO.