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Gegen den unkontrollierten Finanzkapitalismus!

Nov 10th, 2010 | By Sepp | Category: Aus den Medien / Scrivono di noi, Demokratie, Economia / Wirtschaft, SEPP BLOG

 

(10.11.2010) Gestern wurde in einer Live-Sendung des lokalen Fernsehens über Migration diskutiert. Dabei hat eine Vertreterin der Lega Nord, die abfällig und rassistisch über Menschen von anderswoher geredet hat, das Maß demokratischer Toleranz und Meinungsfreiheit gesprengt.  Die Frechheit war, dass die Vertreterin der Partei des Umberto Bossi verlangt hat, man möge die Ausländer abschieben und sich dafür einsetzen, dass die Leute in ihren Ländern bleiben könnten. Frechheit deshalb, weil diese politische Gruppierung voll und ganz die inakzeptable Weltordnung des reichen Westens neben der himmelschreienden Armut in der so genannten Dritten Welt verteidigt. Warum sind gerade in der derzeitigen Regierung Italiens die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit so gekürzt worden? Warum werden die Millenniumsziele gänzlich ignoriert? Welcher Druck wurde in den letzten Jahren gerade von der Lega Nord aufgebaut? 

 

In diesen Tagen habe ich das Büchlein „Marx, wir brauchen Dich“ von Jean Ziegler und Uriel da Costa aus dem fernen Jahr 1991 wieder in die Hand genommen. Darin wird die Weltordnung scharf kritisiert, in welcher der rapide wachsende Reichtum einiger weniger und das Dahinsiechen der Mehrzahl der Menschen als naturgegeben, universell gültig und notwendig angesehen wird. Diese Weltordnung muss von Grund auf verändert werden. Das Großkapital aber, das sowohl die politischen Entscheidungsträger sowie die Medien und die Wissenschaft, oft auch die Gerichtsbarkeit steuert, wehrt sich auf allen Ebenen systematisch gegen jede wirkliche Veränderung.

 

In der letzten Ausgabe der lokalen Wochenzeitung ff ist diese Problematik treffend in einem Artikel „Geld regiert die Welt“ beschrieben worden. Viele Menschen haben zwar begriffen, dass der Finanzkapitalismus dem Gemeinwohl untergeordnet werden müsste und dass der Staat, d.h. das Gemeinwesen auf den verschiedenen Ebenen, der Souverän sein müsste, nicht das Großkapital. In diesem Sinne müsste beispielsweise endlich das Steuersystem „ökologisiert“ werden, d.h. die Kostenwahrheit müsste sich durchsetzen und das Wirtschaftsleben müsste viel transparenter werden. Es rührt sich jedoch nichts oder nur sehr wenig. Weiterhin werden beispielsweise Luftverkehr und Atomstrom mit Steuergeldern gewaltig subventioniert.

 

Entgegen allen Unkenrufen in der von den Reichen gesteuerten öffentlichen Meinung behaupte ich trocken:
Es braucht mehr Staat und viel strengere Regeln! Und es braucht mehr Ethik: Gleichheit und Solidarität, nicht nur die Freiheit der Stärkeren!