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Es ist ein Kreuz

Mrz 20th, 2011 | By Sepp | Category: Aus den Medien / Scrivono di noi, SEPP BLOG, SEPP direkt / Sepp ti scrive

(Erster Fastensonntag) Sehr froh bin ich, dass der Europäische Gerichtshof in der vergangenen Woche  das Kruzifix-Urteil vom November 2009 aufgehoben hat. Laut damaligem Urteil wäre ein Kreuz in den öffentlichen Schulen Italiens verboten, weil es ein Verstoß gegen Religions- und Gewissensfreiheit wäre. Froh bin ich aber vor allem deshalb, weil ansonsten fundamentalistische Christen zu einem Kreuzzug gegen Europa und gegen alle europäischen Institutionen aufgerufen hätten.

Was wirklich hinter jenen steckt, die das Kreuz in den Schulklassen verteidigen, wurde mir vor allem klar, als ich las, wie die italienische Regierung auf dieses Gerichtsurteil reagiert hat. Das Kreuz sei „ein volkstümliches Symbol in einem katholisch geprägten Land“. Auch der Kardinal Gianfranco Ravasi meinte, dass das Kreuz „ein Symbol unserer Zivilisation, eines der größten des Westens“ sei.

Ich werde zornig, wenn ich so viel Unchristliches in der Alltagspolitik feststellen muss, z.B. die Ungerechtigkeit zwischen arm und reich oder die Zerstörung unserer Mutter Erde, der Schöpfung Gottes, wie wir Christen behaupten. Dass genau diese Politiker ein Kreuz in den Schulklassen als Feigenblatt brauchen, ist eine Schande oder Schizophrenie. Ich kenne so viele Politiker, die das C auf ihre Fahnen schreiben, die aber im Alltag genau jene sind, die eine diametral andere Politik machen, als Jesus beispielsweise in der Bergpredigt gefordert hat.

Die offiziellen Vertreter des Vatikans unterstützen weitgehend diese Politiker. Nie hört man aus den höchsten Kreisen der Kirchenführung eine klare Verurteilung, die es in schärfster Form zum Beispiel gegen den Raubtierkapitalismus mit dieser menschenverachtenden Ausbeutung der Ärmsten bräuchte. Oder hat jemand einmal eine eindeutige Kritik des Vatikans gegen die Atom-Energie-Wirtschaft gehört, welche das Potential in sich birgt, millionenfach zu töten und auf Jahrtausende die Welt unbewohnbar zu machen, wohl wissend, dass dadurch einige wenige sich eine goldene Nase verdienen?   

Zorn, Trauer und Ohnmacht befällt mich.

Gerade in diesen Tagen bräuchte ich ein Berg-Tabor-Erlebnis
(s. heutiges Sonntags-Evangelium, Mt 17, 1 – 9).