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Autosuggestion der BBT-Promotoren

Mrz 22nd, 2011 | By Sepp | Category: BBT, SEPP BLOG

Wer etwas aufmerksam die Medien liest und hört, kann feststellen, dass die Promotoren des BBT immer wieder gleiche Dinge wiederholen, um der Öffentlichkeit zu beweisen, dass rund um den Bau dieses Monsterprojektes unterm Brenner alles geklärt sei.  

So ist vor kurzem Pat Cox, der EU-Koordinator für die TEN-Strecke Berlin-Palermo, nach Bozen eingeladen worden. Obwohl sich in den letzten Wochen nichts wesentlich Neues getan hat, treten immer wieder die gleichen Herren (hat jemand einmal eine Frau in diesem Umfeld gesehen?)vor den Medienvertretern auf, um zu verkünden, dass nun nichts mehr rückgängig gemacht werden könne. Der Bau des BBT sei beschlossene Sache. Ich lese da immer den Aufruf heraus: „Die Projektgegner möchten sich endlich dem Schicksal ergeben!“

Was ich bedauere, ist, dass die MedienvertreterInnen kaum kritische Fragen stellen.

Die Sinnfrage wäre als erste zu stellen. Wird es trotz Bevölkerungsrückgang, Wirtschafts- und Energiekrise weiterhin so viel Wachstum geben? Sind den Promotoren die Probleme bewusst, dass man den BBT selbst bauen will, also nur einen Abschnitt zwischen Innsbruck und Franzensfeste,  dass aber viele Zulaufstrecken in weitester Ferne liegen, ja teilweise nicht einmal der Verlauf der Trassen festgelegt ist? Wieso wird nicht wie in der Schweiz vorher verbindlich entschieden, dass die Güter von der Straße auf die Schiene verlagert werden müssen? Usw.

Nein, die meisten Medien glauben an das Geschwätz und geben kritiklos wieder, dass 2011 mit dem Bau der Hauptstollen der BBT begonnen werden soll und dass im Dezember 2026 der Tunnel in Betrieb genommen wird. Man gibt vor, das so genau zu wissen.

Ich kann mich noch gut erinnern, wie im April 1993 in Bozen der österreichische Verkehrsminister öffentlich erklärt hat, dass mit dem Bau des BBT 1995 begonnen werde und dass er 2005 fertiggestellt sein würde. Ich erinnere mich auch gut an die Erklärungen von Hartmut Mehdorn (Chef der Deutschen Bahn von 1999 bis 2009) und von Jacques Barrot (EU-Verkehrskommissar von 2004 bis 2008), dass über die neue Bahnstrecke Berlin-Palermo und somit durch den BBT vorwiegend die modernen Personen-Hochgeschwindigkeitszüge fahren würden und dass somit die alte Bestandsstrecke für den Güterverkehr frei würde.

Inzwischen versprechen alle, dass es den BBT brauche, um die Anrainer vom Verkehrslärm der alten Güterzüge zu schützen. Das ist ein frommer Wunsch. Mehdorn hat ihn als österreichisches Märchen hingestellt.

Das, was Bergmeister, Durnwalder & Co in regelmäßigen Abständen tun, ist meines Erachtens reine Autosuggestion. Inzwischen glauben diese Herrschaften wohl schon selbst an ihre eigenen Lügen.