Strenggläubige und Häretiker

Aufruf zum
Dialog in einer Covid-19-verseuchten Zeit

Ängste vor einer schrecklichen Pandemie, Arroganz von Alleswissern bei Impf-Befürwortern und Impf-Gegnern, Bombardement mit schlechten Nachrichten in den Medien, chaotische Zustände durch täglich neue Vorschriften und Verbote…, wer kann da noch ruhig Blut bewahren?

Mehr denn je braucht es sachliche Informationen und eine Relativierung der Fakten. Es braucht Dialog.

Es braucht zunächst einen offenen und ehrlichen Diskurs zwischen Fachleuten verschiedenster Fachbereiche mit unterschiedlichsten Einstellungen. Es braucht auch Respekt vor Leuten mit konträren Meinungen! Es braucht Respekt auch davor, dass Angst unterschiedlich wahrgenommen wird. Es gibt nicht eine verständliche Angst (vor Covid-19) und eine irrationale Angst (vor möglichen langfristigen Auswirkungen der Impfung) oder umgekehrt.

Es braucht Perspektiven. Es braucht und gibt positiv denkende Menschen auf allen Seiten, die Mut machen, die Zukunft gestalten wollen und Lebensfreude verbreiten. Sie sollen in den Medien viel mehr zu Wort kommen.

Die Maßnahmen zur Förderung gesunden Lebens dürfen nicht so stark auf eine virale Erkrankung reduziert werden. Andere Todesursachen wie durch Hunger, Krieg, Umweltvergiftung, ungesunder Lebensstil… müssen zumindest gleich stark ins Blickfeld genommen werden. Das würde den starren Blick auf Covid-19 entkrampfen und die Aufmerksamkeit auf ein breiteres Feld gemeinsamer Aufgaben richten.

Alle Maßnahmen zur Einschränkung der Corona-Virus-Pandemie müssen unter Berücksichtigung aller Kollateralschäden gut begründet und leicht verständlich kommuniziert werden, damit sie für möglichst viele Menschen einsichtig werden.

Wie vom Europarat am 15. Juni 2021 gefordert, darf niemand diskriminiert werden, weder jene, die ein restriktives Leben und Impfungen befürworten, noch jene, die Impfungen ablehnen und andere Formen der Gesundheitsvorsorge für sich selbst und anderen gegenüber bevorzugen.

Es ist wesentlich, besonders jene Wissenschaftsbereiche einzubeziehen, die neben Ursprung und Bekämpfung der Krankheit auch die Frage im Fokus haben, was Gesundheit bedeutet und wie man sie aus einer ganzheitlichen Perspektive schützen kann.

Noch ist nicht abzusehen, wie lange Covid-19 noch seine Bürde auf unsere Gesellschaft legen wird; die vergangenen Monate haben gezeigt, dass unsere Demokratie ein sehr verletzbares Gebäude ist, das nur durch eine starke Einbeziehung aller Bürger gesichert werden kann.

Es braucht den Einsatz aller demokratisch gesinnten Menschen, um zu verhindern, dass wir uns als Gesellschaft in eine höchst gefährliche Richtung bewegen, in der plötzlich nicht mehr gilt, was ausgehandelt und festgeschrieben war, im Gesetz und in unserer Kultur und in unserem Verständnis von Demokratie, sozialer Gerechtigkeit und Humanismus.

In diesem Sinne möchten wir alle Menschen in unserem Lande dazu einladen, sich in ihren Lebensbereichen, in Familie, am Arbeitsplatz und im gesellschaftlichen Leben für Respekt und Dialog zu engagieren, sich nicht von der Angst lähmen zu lassen, sich selbst und andere durch einen gesunden Lebensstil zu schützen.

Eine besondere Einladung richten wir an jene Menschen, die in den Medien, in den Bildungseinrichtungen und in der Politik eine wichtige meinungsbildende Rolle haben:

Tragt dazu bei, diesen offenen Dialog zu fördern und Brücken zum gegenseitigen Verständnis zu bauen.

Arno Teutsch und Sepp Kusstatscher

Dialogo in un’epoca infettata dal Covid-19

Il timore di una terribile pandemia, l’arroganza di saccenti sostenitori e oppositori alla vaccinazione, il bombardamento mediatico di cattive notizie, il caos dovuto al rincorrersi di nuovi regolamenti e quotidiani divieti …, come mantenere i nervi saldi in una situazione simile?

Ora più che mai sono necessarie informazioni oggettive attraverso le quali relativizzare i fatti. E soprattutto è necessario il dialogo.

In primis, occorre un discorso aperto e onesto tra gli esperti di varie discipline con punti di vista differenti. Poi, ci vuole rispetto, anche per le persone di opinione contraria. E’ importante mostrare rispetto nei confronti dei diversi modi di affrontare e provare paura. Non esistono paure fondate (del Covid-19) e paure irrazionali (delle conseguenze a lungo termine della vaccinazione), e viceversa. 

Inoltre, c’è bisogno di prospettive. Indipendentemente dal punto di vista sostenuto, c’è bisogno di un maggior numero di persone che pensano positivo, anche se già ce ne sono. Le persone che infondono coraggio, che vogliono rimodellare il futuro e diffondere la gioia di vivere, dovrebbero trovare molto più spazio nei media.

Le iniziative per promuovere una vita sana non dovrebbero limitarsi unicamente ad una sola malattia virale. Altre cause di morte, come la fame, la guerra, l’inquinamento ambientale, stili di vita malsani etc., dovrebbero ricevere almeno la stessa attenzione. In questo modo si potrebbe evitare di focalizzarsi rigidamente sul Covid-19 e ampliare invece lo spettro di azioni comuni.

Tutte le misure per limitare la pandemia dovrebbero essere ben giustificate, tenendo conto di tutti i danni collaterali, e comunicate in modo facilmente comprensibile affinché siano intese dal maggior numero possibile di persone.

Come richiesto dal Consiglio d’Europa il 15 giugno 2021, nessuno deve essere discriminato, né chi sostiene restrizioni alla vita sociale e la vaccinazione né chi rifiuta la vaccinazione e preferisce altre forme di assistenza sanitaria per sé e per gli altri.

E‘ fondamentale includere soprattutto le discipline scientifiche che non solo si occupano dell’origine della malattia e del modo di debellarla, ma anche della salute in senso lato e di come salvaguardarla.

Ad oggi non è possibile prevedere per quanto tempo ancora il Covid-19 incomberà sulla nostra società; i mesi passati hanno evidenziato la fragilità della nostra democrazia, la quale può essere messa in sicurezza solo attraverso la massiccia partecipazione di tutti i cittadini.

E‘ richiesto l’impegno di tutte le persone che hanno a cuore la democrazia per evitare che la società si muova in direzioni estremamente pericolose, verso derive in cui, improvvisamente, ciò che è stato pattuito e sancito dalle leggi e dal nostro patrimonio e immaginario culturale di democrazia, giustizia sociale e umanesimo, potrebbe non vigere più.

Per questa ragione, invitiamo tutte le persone nel nostro territorio ad esercitare rispetto e tolleranza nei vari ambiti della vita, in famiglia, sul lavoro e nei rapporti sociali, rimanendo aperti al dialogo, evitando di farsi paralizzare dalla paura e continuando a proteggere se stessi e gli altri attraverso un sano stile di vita.

Rivolgiamo un invito particolare alle persone che possono influire sull’opinione pubblica perché rivestono ruoli importanti nei media, nelle istituzioni scolastiche e universitarie e nella politica:

Sostenete e promuovete un dialogo aperto affinché si possano creare ponti per la reciproca comprensione.

Arno Teutsch e Sepp Kusstatscher

Überlegungen zu Covid-19

Als Theologe, mit besonderem Interesse an der Kirchengeschichte, sehe ich derzeit bei den Diskussionen rund um Covid-19 Ähnlichkeiten mit jenen dunklen Zeiten in der Kirche, als die Strenggläubigen die Übermacht hatten und Andersgläubige, Zweifler und Ungläubige pauschal als Häretiker verurteilt wurden. Jene, die mutig auftraten und andere Meinungen äußerten, wurden exkommuniziert und landeten z.T. sogar auf dem Scheiterhaufen.

Ich gestehe, ich bin ungläubig, d.h. ich tu mich sehr schwer, an das Dogma einiger Virologen und Statistiker zu glauben, dass das Corona-Virus ein so gefährliches Killervirus sei, welches das Ausrufen einer Pandemie mit all den getroffenen harten und einschneidenden Maßnahmen wie den Lockdown erforderlich gemacht hat. Ich habe den Eindruck, dass krampfhaft, ja krankhaft alles getan wird, um ja nicht krank zu werden. All die Nebenwirkungen und Kollateralschäden werden weitgehend ignoriert.  

Als Nicht-Naturwissenschaftler „glaube“ ich jedoch durchaus jenen unter den Fachleuten, die sagen, dass dieses Corona-Virus ein hartnäckiges und sehr ernst zu nehmendes Virus ist und dass allgemeine, auch strenge Vorsichtsmaßnahmen der Hygiene sowie des Abstandhaltens sehr sinnvoll sind, vor allem aber, dass eine gesunde Lebensführung wichtig ist, um das Immunsystem zu stärken.

Aber die durch die Leitmedien ununterbrochen verbreitete Angst und Panikmache waren bzw. sind m.E. sicher nicht nützlich, geschweige denn notwendig. Vorsicht ist immer gut, aber Angst ist meist eine schlechte Ratgeberin. Angst engt den Verstand ein und entsolidarisiert, so lehrt uns die Psychologie. Angst hemmt die seelisch-geistige Entwicklung und die vitale Lebenskraft des Menschen… Pessimistische, ängstliche und verängstigte Leute sind viel leichter manipulierbar als Optimisten, als mutige, fröhliche und gelassene Menschen. Ganz im Sinne eines Zitates von Papst Franziskus: „Habe Mut, glücklich zu sein!“

Angst wird vor allem dadurch verbreitet, dass mit nackten Zahlen der Anschein erweckt wird, dass unheimlich viele an diesem schrecklichen Virus erkrankt und sogar gestorben sind. Ich kann nicht beurteilen, ob diese Nachrichten vor allem deshalb verbreitet und immer wieder wiederholt werden, um möglichst vielen Menschen Angst einzujagen. Es gilt wohl auch die allgemeine Praxis in der Medienwelt: Only bad news are god news! Schlechte Nachrichten sind besser verkäuflich.

Ein Grund, warum so viele Menschen eine panische Angst vor Covid-19 haben, ist wohl auch, weil sehr viele sich sehr ungern mit dem Thema Tod auseinandersetzen, obwohl er das Sicherste und das Natürlichste am Ende eines jeden Lebens ist.  

Mehr Versachlichung der Nachrichten!

Warum werden die Zahlen der Infizierten und Verstorbenen so selten relativiert und z.B. auf 100.000 oder 1.000.000 Einwohnern bezogen? Absolute Zahlen sagen sehr wenig aus, beeindrucken aber mehr als relative. Warum werden fast immer jene gleich bewertet und gezählt, die wegen des Corona-Virus gestorben sind, genau so wie jene, die z.T. schwere Vorerkrankungen hatten und mit dem Virus gestorben sind? Warum werden Pathologen nicht stärker beigezogen? Warum wird statistisch nicht differenziert zwischen jenen Menschen, die nur leicht infiziert und ohne Symptome sind, sowie jenen mit leichten und jenen mit schweren Symptomen und jenen Infizierten, die in einer Intensivstation behandelt werden müssen. Mich würde auch stark interessieren, wie alt im Durchschnitt die Getesteten im März und im April waren und wie alt die Getesteten der letzten Wochen sind. Die Behauptung, dass immer mehr auch junge Menschen infiziert würden, hängt sicher auch damit zusammen, dass in den letzten Wochen insgesamt viel mehr Menschen untersucht worden sind, vor allem auch jüngere.

Mit solchen Statistiken wird manipuliert. Manipulieren vielleicht die „Strenggläubigen“, damit möglichst viele Zweifler und Andersdenkende zum wahren „Glauben“ übertreten?

Eine Versachlichung der Nachrichten z.B. durch Vergleiche mit normalen Grippewellen und durch die Relativierung der Zahlen, würde sehr viel Angst nehmen, was für die Gesundheit von Einzelpersonen und für die ganze Gesellschaft äußerst wichtig wäre.

Die Rolle der Medien

Für mich ist es unverständlich, dass die Leitmedien ständig und so massiv und einseitig über das Coronavirus berichten und die Maßnahmen der Regierenden vielfach unreflektiert übernehmen, vielfach sogar verteidigen. Es kommen fast nur die „orthodox Glaubenden“ zu Wort, während Zweifelnde und Andersgläubige wie Häretiker behandelt und oft pauschal als Verschwörungstheoretiker hingestellt werden.

Ich möchte hier die erfahrene Journalistin Gabriele Knabbe erwähnen, die den Mut hatte, am 10. August zum Thema „Corona & die Krise der Medien“ Klartext zu reden, und die auf sehr viele Mängel und Einseitigkeiten in der Covid-19-Berichterstattung hingewiesen hat.


Es braucht dringend einen ergebnisoffenen und redlichen Diskurs über das Corona-Virus unter verschiedensten Fachleuten mit unterschiedlichen Bewertungen.

Wenn kritische Stellungnahmen zu Covid-19 im Internet gelöscht werden, z.B. mit der Begründung, „weil es gegen die Community der Richtlinien von Youtube verstößt“, dann müssten seriöse Medienleute hellhörig werden und auf die Barrikaden gehen.

Sehr gespannt kann man sein, wie Shutdown und Lockdown und all die restriktiven Maßnahmen in einem oder in zwei Jahren gesehen und beurteilt werden. Ich bin der Überzeugung, dass gar manches über Covid-19, was heute im Brustton der Überzeugung verkündet wird, sich als unwissenschaftlich herausstellen wird, als Manipulation mit konstruierten Dogmen. Wer hinter den Dogmen steht, weiß ich nicht.

Werden im Nachhinein die Strenggläubigen oder die Kritiker und Zweifler die „Covidioten“ sein?

 Wo ein Wille, da ein Weg

Der Kampf gegen dieses Virus hat eines sehr deutlich gezeigt:

Die Regierenden können, wenn sie wollen.

Noch nie in der Geschichte haben die Regierungen weltweit so schnell und so einschneidend harte Maßnahmen ergriffen wie jetzt bei Covid-19.

Warum reagieren die politisch Verantwortlichen nicht ebenso konsequent, wenn Wissenschaftler*innen aus anderen Bereichen auf noch größere Probleme unserer Welt mit ebenso tödlichen Folgen aufmerksam machen?


Nur drei Beispiele:

Bekämpfung der Armut

Sehr viele Fachleute aus den Wirtschafts-, Finanz-, Sozial- und Politikwissenschaften zeigen klar und wiederholt auf, dass die Güter dieser Welt sehr ungerecht verteilt sind. 1 % der Menschen auf dieser Welt besitzt ungefähr die Hälfte des Weltvermögens, also gleich viel wie 99 % der Weltbevölkerung. Der immense Reichtum in den Händen einiger weniger nimmt immer noch zu, während weltweit knapp eine Milliarde Menschen extrem an Hunger leidet. Täglich sterben laut FAO (Welternährungsorganisation) rund 24.000 Menschen an Hunger; drei Viertel davon sind Kinder unter fünf Jahren.

Frieden

Warum hören die Regierenden nicht auf die Friedensforschung? Wie viel Tod, Not und Elend werden durch Kriege verursacht!!! John F. Kennedy (1917 – 1963) sagte einmal: „Zu viele von uns halten Frieden für unmöglich… Aber das ist ein gefährlicher defätistischer Glaube. Er führt zur Schlussfolgerung, dass der Krieg unvermeidlich ist, dass die Menschheit zum Untergang verurteilt ist… Doch unsere Probleme sind von Menschen geschaffen, deshalb können sie auch von Menschen gelöst werden.“ Warum verbieten die Regierenden nicht die Produktion und den Handel von Waffen, wenn das menschliche Leben so wie jetzt bei Covid-19 um jeden Preis geschützt werden soll? Oder: warum wird das Kriegsverbot des Weltsicherheitsrates so oft missachtet?

Gesunde Umwelt

Warum hören die Regierenden nicht auf so viele Naturwissenschaftler*innen? Es bräuchte dringend umfassende Maßnahmen für Natur und Umwelt, d.h. gegen die Vergiftung und Verseuchung von Böden, Gewässern und Luft sowie gegen Monokulturen.  Technischer Umwelt- und Naturschutz ist oft nur eine lächerliche Reparatur von Schäden, die der Mensch selbst verursacht hat. Es braucht eine neue Politik zur Vorbeugung gegen die fortschreitende Zerstörung unserer Mutter Erde und gegen den Klimawandel.

Was ist machbar?

Sehr vieles ist machbar, wenn man wirklich will. Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass die Regierenden weltweit so schnell und so radikal entscheidungsfähig sind wie bei Covid-19. Die Ausreden der Regierenden, man könne Hungertote nicht vermeiden, man könne die Waffenindustrien nicht schließen und die Soldaten entlassen, man könne in einer Welt der freien Märkte der Chemieindustrie und der Landwirtschaft doch nichts verbieten usw., diese Ausreden greifen jetzt nicht mehr. Die Regierenden haben bewiesen, dass sie können, wenn sie wollen.

Die politisch Verantwortlichen müssen mit Steuern eingreifen und endlich gegensteuern. Es wäre genug für alle da. Reichtümer, Spekulationsgeschäfte, Geldtransaktionen, Gewinne durch Umweltzerstörung, Ressourcenverschleuderung, Profite durch Maschinen und Automatisierung usw. generieren unheimliche Gewinne, die viel, viel stärker besteuert werden müssten. Viel progressiver! So wären die wichtigsten Maßnahmen für die Gesundheit der Menschen und aller Lebewesen auf dieser Welt leicht finanzierbar. – Die Arbeit und das Einkommen des kleinen Mannes könnten von Steuern ganz befreit werden.   

Durch Covid-19 sind wir draufgekommen: Wo ein Wille, da ein Weg!

Villanders, 1. September 2020